Geschirrspülmaschine: Aber bitte nicht mit Regeneriersalz!

Salzen Sie nicht die Dreisam!
Regeneriersalz in Freiburgs Osten überflüssig!

Etwa 100.000 EinwohnerInnen in den östlichen Stadtteilen von Freiburg werden mit weichem Grundwasser aus dem kristallinen Urgestein des Südschwarzwaldes versorgt. Mit nur 5 Grad deutscher Härte ist es eine unnötige Geldausgabe für diese Freiburger Haushalte, wenn sie Regeneriersalze in ihre Spülmaschinen kippen. Ihr Geschirr und Besteck wird auch sauber ohne ein Gramm Spülmaschinensalz! Der Verzicht auf überflüssiges Salz schont Ihre Haushaltskasse und hilft den Süßwasserbewohnern.

Also:
Sparen Sie Ihr Geld, damit Süßwasser süß bleibt – und kaufen Sie sich etwas Schöneres als Spülmaschinensalz!

Warum heißt Süßwasser „Süßwasser“?

Süßwasser heißt Süßwasser, weil es im Vergleich zu Meerwasser kaum Chloridsalze enthält. Während Nordseewasser etwa 35 Gramm Salz pro Liter aufweist, liegt der Chloridgehalt in der Dreisam nur bei 8 Milligramm pro Liter (Jahresgänge für die Chloridkonzentration finden sich auf der Fließgewässer-CD-ROM des Eigenbetriebes Stadtentwässerung von MÜLLER & FEIL). Die Lebewesen im Süßwasser haben sich im Laufe der Evolution auf ein salzarmes Wasser eingestellt. Die Süßwasserorganismen in der Dreisam (wie beispielsweise Bachforellen und Bachflohkrebse) mögen kein Salz!

Die Regeneriersalze für den Ionenaustauscher Ihrer Geschirrspülmaschine versalzen den Süßwasserbewohnern das Leben. Dabei ist der Einsatz von Regeneriersalzen in “Weichwassergebieten” überhaupt nicht nötig!

Wie weich ist das Freiburger Trinkwasser?

Die östlichen Stadtteile in Freiburg, die vom Wasserwerk Ebnet im Zartener Becken mit weichem Schwarzwaldwasser versorgt werden, zählen in der Wasserversorgung zu den “Weichwassergebieten”. Das in Ebnet geförderte Grundwasser stammt aus dem Gneis und Granit des Südschwarzwaldes und ist so extrem kalkarm, dass es im Wasserwerk von der badenova AG sogar künstlich etwas “aufgehärtet” werden muss. Trotz der Aufhärtung liegt der Härtegrad in allen Stadtteilen östlich der Gütereisenbahnlinie nur bei 4,8 Grad dt. Härte (Wasserqualität Freiburg).

Noch weicher ist das Wasser in Günterstal mit 3,6 und in Kappel mir sogar nur 1,9 Grad dt. Härte. Deutlich härter ist das Wasser in den Stadtteilen westlich der Gütereisenbahnlinie. Diese Stadtteile werden nämlich aus dem Wasserwerk Hausen an der Südspitze des Tunibergs versorgt. Das dort geförderte Wasser hatte vergleichsweise kalkreiche Gesteinsschichten durchlaufen. Deshalb beträgt die Wasserhärte in den westlichen Stadtteilen von Freiburg (beispielsweise in Landwasser und in Weingarten) 11,7 Grad dt. Härte.

Siehe dazu die Analysen Freiburg im PDF Format !

Fazit: In den östlichen Stadtteilen von Freiburg ist das Wasser so weich (Härteklasse 1), dass Ihre Geschirrspülmaschine auch ohne Regeniersalz ein einwandfreies Spülergebnis liefert! Diese Aussage wird selbst von den Herstellern von Geschirrspülmaschinen unterschrieben.

70 Tonnen Salz aus Freiburgs Osten für den Rhein?

Nach einer Überschlagsrechnung liegt die haushaltsbedingte Chloridkonzentration im Freiburger Abwasser bei etwa 100 mg/l. (Dazu kommen beispielsweise im Winter noch Streusalz, das in die Kanalisation abfließt.) Das Freiburger Abwasser wird zusammen mit dem Abwasser der Umlandgemeinden in der Großkläranlage des Abwasserzweckverbandes in Forchheim gereinigt. Die Zulaufkonzentration bei der Großkläranlage schwankt zwischen 60 bis 190 mg/l. Die durchschnittliche Chloridtagesfracht wird auf 15 Tonnen veranschlagt. Das Salz kann auch in der hochmodernen Großkläranlage nicht aus dem Abwasser entfernt werden. Was vorn an Salz in die Kläranlage hineinläuft, läuft hinten wieder raus. Von der üblicherweise angesetzten Tagesfracht von 11 Gramm Chlorid pro Einwohner und Tag stammen überschlägig 2 Gramm aus den Spülmaschinen. Der Leopoldskanal, der als Zusammenfluss der drei Schwarzwaldflüsse Dreisam, Glotter und Elz als „Vorfluter“ für die gereinigten Abwässer des Abwasserzweckverbandes Breisgauer Bucht fungiert, wird somit völlig unnötigerweise mit einer Chloridfracht von rund 73 Tonnen im Jahr belastet (2 g/E x 100.000 E x 365 Tage). Dies bedeutet, dass jährlich rund 30.000 Packungen Regeneriersalz zu je 2,5 Kilogramm Inhalt in den Leopoldskanal und damit in den Rhein gekippt werden.

Was kostet die überflüssige Salzung?

Eine Zweikilopackung Regeneriersalz kostet zwischen 75 Cent (Nonameprodukt) bis zu 1,45 Euro (Markenprodukt). Geht man von einem mittleren Preisniveau von 50 Cent pro Kilo Regeneriersalz aus, dann würden in Freiburgs Osten unnötigerweise 35.000 Euro für den Einkauf von Regeneriersalz ausgegeben.

Tabs: Teure „Phosphatbomben“ auf dem Vormarsch

Einschränkend zur vorgenannten Abschätzung von 70 Tonnen Regeneriersalz aus Freiburgs Osten muss allerdings angefügt werden, dass in immer mehr Haushalten sogenannte „3in1-Tabs“ eingesetzt werden. In den „3in1-Tabs“ ist der „Enthärter“ bereits integriert. Statt mit Salz arbeiten die „3in1-Tabs“ mit einer geballten Ladung von Phosphaten als „Weichmacher“. Phosphate führen normalerweise zu einem übermäßigen Algenwachstum in unseren Flüssen („Eutrophierung“). Weil in der modernen Großkläranlage des Abwasserzweckverbands Breisgauer Bucht die Phosphate aber mit hohem Wirkungsgrad aus dem Abwasser entfernt werden, ist eine „Eutrophierungsgefahr“ auf Grund der Verwendung der phosphatmästigen „3in1-Tabs“ in Freiburg eher gering. Jedoch muss darauf hingewiesen werden, dass die Phosphate zu den Ressourcen gehören, die vermutlich noch vor dem Öl zu Ende gehen werden. Insofern empfiehlt sich auch wegen der Endlichkeit der Phosphatvorkommen ein sparsamer Umgang mit diesem Nährstoff. Entscheidend aus Verbrauchersicht ist allerdings, dass der Kauf von „3in1-Tabs“ mit dem integrierten „Enthärter“ wegen der äußerst geringen Wasserhärte in den östlichen Stadtteilen völlig unnötig ist – und demzufolge eine unnötige Geldausgabe darstellt.

Unser kostensparender Verbrauchertipp:
Kaufen Sie die deutlich preisgünstigeren „2in1-Tabs“ ohne „Enthärter“!

Oder versuchen Sie es auch einmal mit den noch preisgünstigeren „Solotabs“. Bei dem kalkarmen Wasser in den Stadtteilen östlich der Gütereisenbahnlinie gibt es auch ohne Klarspülmittel praktisch keine Kalkschlieren auf den Gläsern.

„Solotabs“, „2in1-Tabs“, „3in1-Tabs“ ???

2in1-Tabs, vermeintlich antiquierte Solotabs oder gar Maschinengeschirrspülmittel in Pulverform sind bei den Verbrauchern out. Wertmäßig machen die gleichermaßen bequem zu dosierenden wie teuren 3in1-Tabs bereits 60 Prozent des Umsatzes bei Maschinengeschirrspülmitteln aus. Während bei den herkömmlichen Solotabs Klarspüler und Regeneriersalz („Enthärtersalz“) separat in die Vorratsbehältnisse der Maschine dosiert werden müssen, ist in den 2in1-Tabs das Klarspülmittel bereits integriert. Bei den jetzt dominierenden 3in1-Tabs ist zusätzlich auch schon der „Enthärter“ mit in die Tabletten „eingebaut“. Der Enthärter macht das Füttern des Ionenaustauschers in der Maschine mit Regeneriersalz überflüssig. Stattdessen wird die Wasserhärte mit einer optimierten Tensidmischung und vor allem mit massig viel Phosphaten stabilisiert. Das garantiert bis zur Härtestufe 3 ein optimales Spülergebnis. Die Stiftung Warentest, die im Test 8/2005 die 3in1-Tabs getestet hat, hält die geballte Phosphatfracht aus den 3in1-Tabs für hinnehmbar. Unter der Überschrift „2 : 0 für Somat“ schreiben die Tester:

„Phosphate zum Geschirrspülen werden vom Umweltbundesamt aber notgedrungen geduldet, weil sie effektiver enthärten als Ersatzstoffe wie Zitrate (Salz der Zitronensäure) oder Polykarboxlate (Enthärter auf Erdölbasis). Dafür gibt es bei uns keine phosphathaltigen Waschmittel mehr – ein viel größerer Brocken. Das ist der Kompromiss.“

Die Warentester empfehlen, beim Einsatz von 3in1-Tabs nicht noch überflüssigerweise „Enthärtersalz“ und Klarspüler zuzudosieren (auch wenn die entsprechenden Signallichter am Geschirrspüler aufleuchten) – außer im Härteklassebereich vier, wo die „Enthärtungswirkung“ der 3in1-Tabs nicht mehr ausreicht.

Diese zur Zeit marktführende Produkte (genauso wie alle Imitate aus den Discountern) enthalten Salze.

Im Freiburger Osten so überflüssig wie ein Kropf !!!!!

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