Inhalt
- Einführung, Ziele
- Wässerwiesen und Stellfallen
- Wasserkraftanlagen
- Fischtreppen
- Biologische Gewässergüte 1989 und 2000
- Fauna und Flora
- Amphibien
- Flora Fauna Habitat-Richtlinie
- Fledermäuse
- Fische
- Libellen
- Makrozoobenthos
- Muscheln
- Vegetation, Neophyten
- Vögel (Wasseramsel, Eisvogel, ...)
- Zehnfüßige Krebse
- Gewässerentwicklungspläne (GEPs), Gewässerentwicklungskonzepte (GEKs)
- Regenrückhaltebecken, Mischwassereinleitungen
- Restwasser, Mindestwasser, Wasserentnahme
- Bachpatenschaften
Die Freiburger Bächle
Einführung, Ziele
Ziel der vorliegenden Dokumentation ist die verbesserte Zugänglichkeit vorhandener Informationen/Daten zu den Freiburger Fließgewässern. Die Darstellung soll dabei für "Experten" ebenso wie für interessierte Bürger geeignet sein. Die Dokumentation ist offen und erweiterbar. Das Projekt wird finanziell unterstützt durch badenova.
Sensiblere Daten werden nur in soweit erfasst als Ihr Vorhandensein und die Quelle dokumentiert sind.
Bisher wurden folgende Daten erfasst:
- Karte mit den Freiburger Fließgewässern als Grundlage für verschiedene thematische Karten
- Themenkarten mit Legenden, Infotexten und ggf. Fotos zu
- Wasserkraft
- Wässerwiesen
- Regenrückhaltung
- Gewässergüte
- Gewässerstrukturgüte
- Gewässerentwicklungspläne
- Zugänglichkeit von Datensätzen
Perspektiven auf die Fließgewässer in Freiburg – Daten und ihre Verfügbarkeit
Wässerwiesen und Stellfallen
"Nur schwer können wir uns heute noch vorstellen, daß die Wiesenbewässerung in Mitteleuropa jahrhundertelang das Gesicht ganzer Landstriche prägte" so schreiben Schwineköper et al. (1996).
Im engeren Stadtbereich von Freiburg waren vor 50 Jahren noch 84 % aller Wiesen bewässerbar. Über Jahrhunderte galt die künstliche Bewässerung der Wiesen als das beste Mittel zur Erhöhung des Ertrags. Die zur besseren Organisation der Bewässerung gegründeten Runzgenossenschaften weisen eine bis in das 15. Jahrhundert zurückgehende Tradition auf. Die Überreste der Anlagen sind noch an vielen Orten in Freiburg zu erkennen. Die noch vorhandenen Stellfallen zerfallen jedoch zunehmend und die Gräben werden verfüllt, da sie heute für die Bewirtschaftung der Flächen nur hinderlich sind (Schwineköper et al. 1996). Neben den Arbeiten von Konold, Schüle und Schwineköper wird zur Zeit an der Juristischen Fakultät der Univ. Freiburg eine Promotion über die Rechtsgeschichte der Runzgenossenschaften angefertigt.
Literatur: Schwineköper, K.; Schüle, E.-M. & W. Konold (1996): Zur Geschichte der Wässerungsgenossenschaften am Beispiel der Stadt Freiburg. - Alemannisches Jahrbuch 1995/96, S. 257-292; Alemannisches Institut Freiburg im Breisgau.
Themenkarte 1: Lageplan
der Wässerwiesen (Flächenanteile) und der ehemaligen Runzgenossenschaften
in Freiburg (nach Schwineköper et al. 1996).
Wasserkraftanlagen
Im Stadtgebiet von Freiburg .Br. gibt es inzwischen 6 Kleinwasserkraftwerke. Der Strom aus diesen Anlagen gehört zu dem Mix, der als umweltfreundlicher "Regiostrom" von badenova bezogen werden kann. Kleinwasserkraftwerke - so die Zertifizierungsbroschüre der badenova - haben den Vorteil, dass sie die Umwelt kaum beeinträchtigen und auch bei geringen Fallhöhen sowie schwankenden Abflüssen eingesetzt werden können.
Neu zu installierende Anlagen unterliegen einer strengen Umweltverträglichkeitsprüfung, damit Eingriffe in den Naturhaushalt minimiert werden. So muss beim Bau von Wasserkraftanlagen darauf geachtet werden, dass z.B. mit Hilfe von Fischtreppen die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und andere Lebewesen erhalten bleibt.
Schwierigkeiten bei der Genehmigung kann es auch geben wenn das Rauschen des Wassers von Anwohnern als störender Lärm empfunden wird (vgl. Artikel "Wind von vorn", Zeitung zum Sonntag, 21. Nov. 1999, S. 19).
Bei Beachtung ökologischer Belange stellt Wasserkraft eine "saubere" und regenerative Energiequelle dar und trägt zum Klima- und Ressourcenschutz bei. Die bei der FEW erhältliche Broschüre "Regiostrom. Zertifikat: Klimaschutz mit Brief und Siegel" macht Angaben zur Lage und Größe der genannten Anlagen und zeigt auch Fotos. Neben den 5 Anlagen im Stadtgebiet, stellt sie 15 weitere Anlagen in der Umgebung Freiburgs vor, die ebenfalls in das FEW-Regiostromkonzept integriert sind.
Die Genehmigung für den Bau und Betrieb von Wasserkraftanlagen in der Region erteilt das Regierungspräsidium Freiburg (RP). Auf Stadtgebiet ist dafür die Untere Wasserbehörde beim Umweltschutzamt der Stadt Freiburg zuständig.
Im RP gibt es auch ein Verzeichnis der im Landkreis existierenden Anlagen, zu denen im Einzelfall Auskunft gegeben werden kann. Weitere Infos gibt es über www.badenova.de
Themenkarte 2: Lageplan der Wasserkraftwerke in Freiburg Wasserkraft.xls
Fischtreppen
Flussneunaugen, Lachse, Aale sowie Maifische und Störe gehören zu den Fischarten die in ihrem Lebenszyklus zwischen dem Meer und Flüssen hin und her wechseln. Die ersten drei genannten Arten steigen bis in die Oberläufe und Quellregionen der Gewässer auf, wenn sie nicht durch künstliche Bauwerke daran gehindert werden. Alle genannten Arten sind in ihren natürlichen Populationen in Baden-Württemberg ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurden in Südbaden etwa 33 Tonnen Lachse jährlich gefangen. Das Programm "Lachs 2000" hatte zum Ziel die Durchgängigkeit des Rheins und seiner Nebengewässer soweit wieder herzustellen, das Lachse wieder Rheinaufwärts wandern können.
In Freiburg ist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Durchgängigkeit der Dreisam zu achten. Die Meldung eines Flussneunauges (leider ohne Belegexemplar) würde darauf hinweisen, dass es einzelnen Exemplare dieser fast ausgestorbenen Art gelingt von der Nordsee aus die Dreisam zu erreichen. (siehe auch unter Fische)
Themenkarte 3: Lage von Querverbauungen, Wander-hindernissen und
funktionierenden Fischtreppen.
Biologische Gewässergüte 1989 und 2000
Von der Stadt Freiburg (Tiefbauamt, Abt. Stadtentwässerung und Gewässerschutz - ESE) wurde 1989 eine Broschüre mit dem Titel "Ökologische Bestandsaufnahme & Fließgewässer" herausgegeben. Neben der Erläuterung der Methoden und der Zielsetzung wurden die erhobenen Daten diskutiert und in einem Kartenanhang dargestellt. Sie enthält die Untersuchungsergebnisse zur chemischen und biologischen Gewässergüte der Freiburger Bäche. Diese Untersuchungen wurden im Jahre 1998/1999 etwa im gleichen Umfang wiederholt und um eine ausführliche Untersuchung der Gewässermorpholgie (Gewässerstrukturkartierung nach LAWA) und eine Fotodokumentation ergänzt. Das Tiefbauamt, Abt. Stadtentwässerung und Gewässerschutz (ESE) hat gemeinsam mit Prof. Müller (Hydrol. Inst. der Univ. Freiburg) die diese Ergebnisse in Form einer CD veröffentlicht.
Sie kann auf Anforderungen bezogen werden bei:
Die folgenden Themenkarten wurden aus diesen Untersuchungen erstellt.
Themenkarte 4 : Biologische und chemische Probestellen der Freiburger
Fließgewässer Themenkarte 5: Biologische Gewässergüte
der Freiburger Fließgewässer Themenkarte 6: Gewässerstrukturkartierung
der Freiburger Fließgewässer Themenkarte 7: Chemische Gewässergüte
der Freiburger Fließgewässer
Fauna und Flora
Amphibien
Aktiv im Amphibienschutz in der Stadt Freiburg sind die Bachpatenschaften am Deichelweiher. Die Hilfe bei den Krötenwanderungen wird koordiniert von Frau H. Heuer vom ESE. Ein Info-Telefon (Tel. 201 44 35) gibt kurzfristig Hinweise auf Hilfsaktionen. Die vom Amphibienverein gesammelten Daten zu Amphibien der Region wurden dem UWSA zur Verfügung gestellt und liegen im dort von Hr. Wilbs betreuten GIS, in digitaler Form vor. Darüberhinaus betreut die AGN einige Projekte zum Thema Amphibien in und um Freiburg.
Themenkarte 8: Amphibien (Daten, Absprache mit AGN, UWSA etc !)
Flora Fauna Habitat-Richtlinie
1992 beschloss das Europäische Parlament einstimmig, ein europaweites Schutzgebietsnetz ("Natura 2000") für seltene Tier- und Pflanzenarten sowie typische Lebensräume aufzubauen, nachdem bereits 1979 eine Vogelschutzrichtlinie verabschiedet worden war. Mit der Vogelschutz- und der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) werden erstmals nicht nur wie im traditionellen Naturschutz besonders seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten geschützt, sondern auch charakteristische Lebensräume. Im Anhang der Richtlinie sind allein für den mitteleuropäischen Raum 200 Lebensraumtypen wie Eichenwälder, Heiden, Feuchtwiesen oder Flusslandschaften sowie 200 Tier- und 500 Pflanzenarten aufgeführt.
Nach der bisherigen Vorschlagsliste sollen 2.338 Hektar (oder 15,3 Prozent) der Freiburger Gemarkung als Natura-2000-Flächen ausgewiesen werden, von denen alle bis auf 62 Hektar schon jetzt unter Landschafts- oder Naturschutz stehen. Schutzstatus sollen künftig weite Teile des Mooswalds, das westliche Rieselfeld, der Gipfelbereich des Schauinsland mit dem oberen Teil des Großen Kappler Tales sowie die Fließgewässer am Rande des Tunibergs erhalten.
Gegenüber der Landesliste hat die Stadt folgende Änderungen beantragt: Aus den Flächenvorschlägen zu streichen sind die Bebauungsflächen am Thermalbad, die flurbereinigten Felder westlich von St. Georgen und der Gebietsstreifen entlang der Autobahn, der für den Ausbau der DB-Rheintalstrecke planfestgestellt ist. Hinzu kommen sollen gemäß Gemeinderatsbeschluss das Naturschutzgebiet Mühlmatten und Gewässerstreifen im Gewann Schangen-Dierloch bei Hochdorf. Zu den Interessenkonflikten zwischen Bebauungswünschen und dem Lebensraum-schutz von Flusskrebsen siehe Absatz Zehnfüßige Krebse.
Die detaillierten Landes-Vorschlagsflächen Natura 2000 sind mit Karten und Erläuterungen im Internet unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de abrufbar. (Quelle: Pressemitteilung der Stadt Freiburg)
Fledermäuse
Eine Wasserfledermaus (Myotis daubentoni) verspeist jährlich 60.000 Mückenlarven. Dies und andere Interessante Angaben zu den oft über Gewässern jagenden Tieren finden sich auf der Website des Freiburger Vereins "Bachpatenschaften" www.bachpaten-freiburg.de.
Fische
Ein wichtiger Punkt aus der Perspektive der Fischerei ist die Durchgängigkeit der Gewässer für Fische. Im Stadtgebiet Freiburg betrifft dies insbesondere die Dreisam. Eine Datenbank über die Fischverbreitung wird in der Fischereiforschungsstelle in Langenargen geführt und liegt in Kopie auch im Regierungspräsidium in Freiburg vor. Auskünfte erteilen Dr. H. Wetzlar und Dr. G. Bartl.
Besonders nennenswert erscheint das vorkommen von Bachneunaugen (Lampetra planeri) in der Dreisam aber auch in einigen Abschnitten der Gewerbebäche (z.B. Kartäuserbach). Das Bachneunauge wird in der Roten Liste der Fische in Baden-Württemberg als "Gefährdet" eingestuft. Es braucht ein Nebeneinander von unbelasteten Sanden (Lebensraum der filtrierenden Larven) und überströmte Kieszonen (Laichablage). Das vom Aussterben bedrohten Flussneunauge (Lampetra fluviatilis) wurde aus der Dreisam gemeldet. Leider fehlt ein Belegexemplar zu dieser Fangmeldung, so dass eine Verwechselung mit dem Bachneunauge nicht sicher ausgeschlossen werden kann.
Das Flussneunauge lebt im Meer und steigt zum Laichen die Flüsse hinauf bis in die stark strömenden Regionen der Oberläufe und Bäche. Die Art ist bedroht durch die Aufstiegshindernisse, wie sie Staustufen, Abstürze und Wasserkraftwerke darstellen. Ebenso wie bei Lachs, Maifisch und Stör ist ihr Überleben von einer guten Durchgängigkeit der Gewässer, d.h. heißt von funktionierenden Aufstiegshilfen (Fischtreppen, siehe unter Bauwerke) abhängig.
Literatur: Berg, R. et al. (1989): Fische in Baden-Württemberg – Ergebnisse einer landesweiten Fischkartierung und Bestandsuntersuchung. – Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg; Kernerplatz 10; 7000 Stuttgart; 157 Seiten. Hoffmann, R. et al. (1995): Fische in Baden-Württemberg – Gefährdung und Schutz. – Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten Bad.-Württ., Stuttgart; 92 S.
Themenkarte 9: Ökologische Angaben und Verbreitungs-angaben
zu interessanten Fischarten wie z.B. dem Bachneunauge aufbereiten.
Libellen
Daten zu Libellen im Freiburger Raum sind von der SGL (= Schutzgemeinschaft Libellen; members.aol.com/SGLibellen) zusammengetragen worden. Sie wurden u.a. dem UWSA der Stadt Freiburg zur Verfügung gestellt und liegen im dort von Herrn Wilbs betreuten GIS in digitaler Form vor. Die Ortsgruppe des DJN (= Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung) führt ein Libellenschutzprogramm im Rahmen der Bachpatenschaft für den Ettenbach und den Dierlochgraben (am Mooswaldrand in Freiburg-Hochdorf) durch. In den betreuten Biotopen wurden 12 Libellenarten nachgewiesen - unter anderen die europaweit geschützte und in Baden-Württemberg stark gefährdete Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Nähere Infos gibt es auf der Homepage desVereins für Bachpatenschaften unter www. bachpaten-freiburg.de.
Themenkarte 10: Libellenbiotope (Absprache mit der SGL erforderlich!)
Makrozoobenthos
Informationen zum Makrozoobenthos werden bei der Erhebung der biologischen Gewässergüte gewonnen. Angabe und weiterführende Hinweise finden sich in den Gewässerentwicklungsplänen (GEP) und in den Erhebungen zur biologischen Gewässergüte des ESE.
Muscheln
Einen Forschungsschwerpunkt von Herrn Prof. Bauer (Inst. f. Biol. II, Univ. Freiburg) stellen die Großmuscheln der Familie Unionidae (Flussmuscheln) dar. Wissen über die Großmuscheln der Region Freiburg ist bei ihm gesammelt und kann auch bei dem sich regelmäßig treffenden "Muschelstammtisch" erfragt werden. Informationen zur Verbreitung der Großmuscheln sind auch in die Datenbank der Fischereiforschungsstelle Langenargen aufgenommen worden (Kopie im Regierungspräsidium bei Dr. Gerd Bartl).
Vegetation, Neophyten
Bachbegleitende Vegetation ist wichtig für die Funktion der Gewässer. Sie trägt zur Verschattung bei und schützt so vor Überhitzung und sie ist notwendiger Bestandteil für eine Reihe von Wasserinsekten die sich nach dem Schlupf an ihr orientieren um bachaufwärts zu Wandern oder Paarungsplätze zu finden. Auf das Fehlen standorttypischer bachbegleitender Vegetation in bestimmten Gewässerabschnitten wird in den Gewässerentwicklungsplänen hingewiesen.
Neophyten sind Pflanzen, die vom Menschen aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet verschleppt wurden und in den Ankunftsgebieten als "neue Pflanzen" (= Neophyten) auftreten. Neben "nützlichen" Neophyten (Tomate, Kartoffel) wirken sich andere Arten stark verändernd auf die Zusammensetzung z.B. der bachbegleitenden Vegetation aus und werden systematisch bekämpft. Zu diesen Arten zählt an den Fließgewässern Freiburgs u.a. das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera).
Themenkarte 11: Pflegebedarf Fließgewässer: Lage der
problematischen und regelmäßiger Pflege bedürfenden Uferabschnitte
mit starkem Neophytenwuchs.
Vögel (Wasseramsel, Eisvogel, ...)
Herr Dr. August Spitznagel hat im Rahmen verschiedener Arbeiten über die Wasseramsel an der Dreisam viel zur Kenntnis der Wasservögel Freiburgs beigetragen. Er hat sein Wissen dem Umweltschutzamt der Stadt Freiburg (UWSA) zur Verfügung gestellt und bei der Eingabe von Nistplätzen und Revieren von Wasservögeln in das GIS des UWSA (betreut durch Hr. Wilbs) mitgearbeitet.
Themenkarte 12: Vorkommen der Wasseramsel: Karte mit Revieren der
Wasseramsel erstellen und im Begleittext auf weitere Vorkommen bedrohter
Arten (Eisvogel) und weiterführende Literatur, Vereine und Archive
hinweisen. (Absprache mit Herrn Dr. Spitznagel und dem UWSA erforderlich).
Zehnfüßige Krebse
Die einzigen bekannten Vorkommen des Dohlenkrebs in der BRD befinden sich am Oberrhein. Die Fischereiforschungsstelle in Langenargen hat daher das Verbreitungsgebiet des Krebses im Freiburger Mooswald als ein schützenswertes Gebiet nach der sogenannten Flora Fauna Habitat-Richtlinie (FFH) vorgeschlagen. Die Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) Karlsruhe hat die Fläche am westlichen Ortausgang von St. Georgen und das westliche Rieselfeld dem vorgeschlagenen Schutzgebiet Mooswald zugeschlagen. Beide Flächen werden auch als künftige Bebauungsgebiete diskutiert (vgl. z.B. Artikel in "Der Sonntag" 11.06.2000, S. 1-2). Der Gemeinderat hat den Vorschlägen des Landes zu FFH-Flächen in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause 2000 zugestimmt - allerdings mit dem Änderungsantrag "die flurbereinigten Flächen westlich von St. Georgen aus den FFH-Flächen hinauszunehmen". Im Stadtgebiet Freiburg lebt neben dem Dohlenkrebs auch den Steinkrebs - eine weitere Art der Flusskrebse. Informationen über die Verbreitung der Edelkrebsarten liegen im Regierungspräsidium der Stadt Freiburg bei Herrn Dr. Wetzlar vor.
Themenkarte 13: Lage des vorgeschlagenen Schutzgebietes im Natura
2000 Programm zeigen.
Gewässerentwicklungspläne (GEPs), Gewässerentwicklungskonzepte (GEKs)
Für die Dreisam ist ein Gewässerentwicklungskonzept (GEK) kurz vor der Fertigstellung. Für alle Zuflüsse zur Dreisam im Stadtgebiet Freiburg wurden GEKs oder Gewässerentwicklungspläne (GEP) erstellt. Die Maßnahmenpläne der GEKs / GEPs liegen in digitaler Form im von Herrn Wilbs betreuten GIS des UWSA vor. Sie wurden dem AK RegioWasser 2005 gebunden an einen Nutzungsvertrag zur Verfügung gestellt.
Themenkarte 14: Die GEK- und GEP-Maßnahmenpläne
Regenrückhaltebecken, Mischwassereinleitungen
Im Gebiet der Stadt Freiburg .Br. gibt es 14 Regenrückhaltebecken (RRB). Diese verhindern Überschwemmungen indem sie bei Starkregen einen Teil des Regenwassers zwischenspeichern und diesen dann erst langsam wieder den Bächen zuführen. An zwei der Freiburger RRBs sind Bachpatenschaften aktiv. Einen guten Überblick über Lage und Form der RRBs gibt das Heft 17 der "Beiträge zur Stadtentwicklung, Freiburg im Breisgau" (Jan 1985). Es liefert Fotos, Zeichnungen und technische Angaben zu den meisten der Freiburger Regenbecken.
Mischwassereinleitungen verhindern, das bei Starkregen zuviel Wasser auf einmal in die Kläranlage fließt. Ursache für den plötzlichen Wasserschwall sind die großen Anteile versiegelter Flächen (Straßen, Dächer) von denen das Regenwasser viel plötzlicher abfließt als von Waldböden oder Wiesen.
Mischwassereinleitungen tragen - aufgrund der Abwasseranteile die mit ihnen in die Gewässer gelangen - zur Gewässerverschmutzung bei. In Freiburg gibt es mehrere Hundert Mischwasserentlastungsstellen, an denen überschüssiges Wasser in die Bäche eingeleitet werden kann. Ziel des Gewässerschutzes ist es, dass diese nie bzw. nur in Ausnahmefällen anspringen. Um Mischwassereinleitungen zu verringern werden Regenrückhaltebecken gebaut, Flächen entsiegelt und in Neubaugebieten Regenwasserversickerungen durch Förderungen unterstützt.
Infotext zu den 14 Mischwasserüberlaufbecken (Bezug: Was müsste getan werden um in der Dreisam "mischwasserfrei" baden zu können).
Themenkarte 15: Lage der 14 Mischwasserüberlaufbecken in die
Dreisam auf einer Karte zeigen und die Häufigkeit von Entlastungen
kommentieren.
Restwasser, Mindestwasser, Wasserentnahme
In früheren Zeiten wurde Wasser vor allem für die Bewässerung der Wässerwiesen entnommen. Dabei galt es zu Regeln, dass auch die Unterlieger noch genug Wasser erhielten. Die Regelung solcher Wasserrechte durch Runzgenossenschaften ist seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Um die Durchgängigkeit der Gewässer zu erhalten (s. unter Fischtreppen) muss heute bei Wasserentnahmen - z.B. für Wasserkraftwerke - eine bestimmte Mindestwassermenge im natürlichen Bachbett verbleiben. Bei neuen Anlagen wird die Mindestmenge des im Bach verbleibenden Restwassers vom Regierungspräsidium festgesetzt. Artenschutz und ökologische Faktoren spielen heute bei der bei der Festsetzung eine wesentliche Rolle.
Themenkarte 16: Die wichtigsten Wasser-Entnahmestellen und die kritischen
Fließstrecken mit den jeweils vorgeschriebenen Mindestwassermengen
darstellen.
Bachpatenschaften
Seit 1986 gibt es auf Initiative der Abteilung Stadtentwässerung und Gewässerschutz im Tiefbauamt die Bachpatenschaften. Inzwischen gibt es nach Aussagen Eigenbtriebs Stadtentwässserung (ESE) etwa 35 Bachpartenschaften mit ca. 2500 aktiven Mitgliedern.
Sie gehören damit zu den ersten und erfolgreichsten bürgerschaftlichen Aktivitäten im Bereich des Gewässerschutzes in Freiburg: www.bachpaten-freiburg.de.